SPD Köpenick-Nord

Der 9. November hat viele Facetten

Geschichte

Bisher ein Ort der Anonymität - Gräberfeld für die Opfer des Nationalsozialismus in Altglienicke.

Der polnische Pfarrer Waclaw Zienkowski starb vor 80 Jahren - ermordet im KZ Sachsenhausen. Er ist eines von 1.360 Opfern nationalsozialistischer Gewalt, die auf dem Friedhof Altglienicke ohne Nennung ihrer Namen ihre letzte Ruhe fanden. Pfarrer Zienkowski und alle anderen Opfer sollen aus ihrer Anonymität geholt werden. Deshalb wird die Grabanlage komplett umgestaltet. 1360 Patinnen und Paten haben in ihrer Handschrift die Namen der Opfer aufgeschrieben. Sie werden künftig an diesem Ort aufgestellt werden. Am 9. November 2020 gedachten wir im kleinen Kreis und in Anwesenheit der Nichte Zienkowskis der in Altglienicke beerdigten Opfer des Nationalsozialismus.

Der 9. November hat viele Facetten. Die Geschehnisse um dieses Datum haben immer wieder gezeigt, wozu Menschen fähig sind. Daher ist es wichtig, dass wir die Erinnerung und das Gedenken aufrechterhalten.
Die Verbrechen, die im dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte massenhaft geschehen sind, sind so grausam und unmenschlich, dass man sie als zivilisierter Mensch kaum fassen kann. Wozu Menschen fähig waren, das sprengt fast die eigene Vorstellungskraft.

Diese Grausamkeit und Barbarei, die auch diesen hier bestatteten Opfern wiederfuhr, darf nicht zu einer bloßen Episode im Geschichtsunterricht werden. Damit sich so etwas nie wiederholt, müssen auch zukünftige Generationen die Vergangenheit im Bewusstsein haben.

Aufklärung und Wissen um das Geschehene sind unverzichtbar, um einen moralischen Kompass zu haben und eine innere Haltung zu entwickeln. Die Menschen, die sich damals aktiv oder stillschweigend an den Verbrechen beteiligt haben, waren nicht nur unmenschlich und ohne Moral, sondern auch stumpf und kulturlos.


Die Vergangenheit mahnt uns, aufzustehen bei Hass und Intoleranz.

 

Homepage Oliver Igel

 
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